Bei dieser Form der Krankengymnastik wird durch bewusste und gezielt gesteuerte Übungen die Wahrnehmung der Atmung gefördert und damit auch verbessert. Durch spezielle Techniken wie z.B. Reflektorische Atemtherapie wird die Lungenfunktion und das persönliche Wohlbefinden gesteigert. Sowohl akute (z.B. Pneumonie) wie chronische Erkrankungen (z.B. COPD, Asthma bronchiale) können mit dieser Therapie behandelt werden.
Atemtherapie wirkt auf mehreren Ebenen gleichzeitig – körperlich, seelisch und energetisch.
Körperlich verbessert sie die Lungenfunktion, stärkt die Atemmuskulatur (insbesondere das Zwerchfell) und fördert eine vollständige, tiefe Atmung. Dadurch wird der Gasaustausch optimiert, der Brustkorb beweglicher und die Sauerstoffversorgung des gesamten Organismus spürbar besser. Besonders hilfreich ist sie bei:
1. Chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma, COPD oder Long-COVID-Symptomen
2. Wiederkehrender Atemnot, Husten oder vermehrtem Auswurf
3. Verspannungen im Brust- und Schulterbereich
4. Nach Operationen oder längeren Bettlägerigkeiten (zur Vorbeugung von Lungenentzündungen)
Darüber hinaus senkt bewusstes Atmen nachweislich den Blutdruck, reguliert den Herzschlag und aktiviert den Parasympathikus – unseren „Ruhe-Nerv“. Das vegetative Nervensystem kommt ins Gleichgewicht, Stresshormone gehen zurück und die Selbstheilungskräfte werden gestärkt.
Mental und emotional wirkt Atemtherapie wie eine innere Massage: Ängste und innere Unruhe lassen nach, Schlafqualität und Konzentrationsfähigkeit verbessern sich. Viele Menschen erleben nach wenigen Sitzungen ein deutlich tieferes Körperbewusstsein und mehr Gelassenheit im Alltag. Sie eignet sich daher hervorragend auch bei stressbedingten Beschwerden, Erschöpfungszuständen, Burnout-Prophylaxe und zur Begleitung psychotherapeutischer Prozesse.
Kurz gesagt: Atemtherapie hilft Ihnen, wieder leichter zu atmen – im wörtlichen und im übertragenen Sinne.
Wir arbeiten mit einem individuellen, ganzheitlichen Ansatz, der Elemente der physiotherapeutischen Atemtherapie, der funktionellen Atemtherapie und achtsamer Atem-Schulung verbindet.
Zu Beginn steht immer eine genaue Anamnese und Atembeobachtung: Wie atmen Sie im Alltag? Nutzen Sie hauptsächlich die obere Brust oder atmen Sie tief in den Bauch? Gibt es Blockaden, flache Atmung oder Pressatmung?
Danach erarbeiten wir gemeinsam Übungen, die genau auf Ihre Situation abgestimmt sind. Typische Bausteine sind:
1. Zwerchfell- und Bauchatmung – die Basis jeder gesunden Atmung
2. Mobilisation des Brustkorbs durch Dreh-Dehn-Lagen und sanfte Dehntechniken
3. Atemtechniken gegen Widerstand (z. B. Lippenbremse, Fausttunnel, Strohhalmatmung) zur Sekretlösung und Entlastung der Atemwege
4. Gezielte Ausatemverlängerung und Atempausen zur Aktivierung des Parasympathikus
5. Bewusste Vollatmung und Atemrhythmisierung für mehr Energie und Entspannung
6. Körperwahrnehmungsübungen und achtsames Spüren des Atems im Liegen, Sitzen und Stehen
Manche Übungen führen wir passiv durch (z. B. mit manueller Unterstützung oder Wärme), andere aktiv – so wie es für Sie in dem Moment am besten passt. Ziel ist es, dass Sie die hilfreichsten Techniken nach kurzer Zeit selbstständig in Ihren Alltag integrieren können.
Möchten Sie Ihren Atem wieder zu einem echten Verbündeten machen? Wir freuen uns darauf, Sie dabei zu begleiten.